Forensische Ballistik / Gerichtsballistik


Sobald bei Jagd- oder Schießsportunfällen, Sachbeschädigungen, Suiziden oder Gewaltverbrechen Schusswaffen als Tatmittel verwendet wurden, reichen allgemeine Waffenuntersuchungen nicht mehr aus. Deshalb werden in solchen Fällen der Tatort und alle dort befindlichen Spuren untersucht und ausgewertet, um daraus Schlüsse über den Tathergang zu gewinnen. Speziell den Ein- und Ausschüssen sowie den Schmauchspuren werden dabei besondere Aufmerksamkeit geschenkt.

Die Schussentfernungsbestimmung ist für die Rekonstruktion von Schusswaffendelikten unerlässlich. Deshalb werden neben den Schussspuren auch die Schmauchanhaftungen untersucht. Hierbei kommen nasschemische Analyseverfahren zum Einsatz, mit deren Hilfe aus der Form und Größe des Schmauchbildes auf die Schussentfernung geschlossen werden kann.

Zur Bestimmung der Schussrichtung und des Schützenstandortes finden u.a. spezielle Doppelstrahllaser Verwendung. Bei komplexen ballistischen Fragen und Schüssen aus großer Entfernung werden EDV-Programme in die Untersuchungen miteingebunden.

Weil jede Waffe auf den Munitionsteilen individualcharakteristische Spuren hinterlässt, ist eine Zuordnung der Munitionsteile zu einer bestimmten Waffe möglich. Mithilfe eines forensischen Vergleichsmikroskops kann ein eindeutiger Beweis darüber erbracht werden, ob eine bestimmte Waffe als Tatwaffe zu identifizieren oder auszuschließen ist.

Weiterhin lassen sich durch die Teilnahme an Obduktionen gewichtige Aussagen über den Ablauf der Tat treffen. 


Leistungsüberblick bei gerichtsballistischen Gutachten:


  • Untersuchung des Tatortes auf verfahrensrelevante Spuren
  • Bestimmung der Schussrichtung
  • Bestimmung der Schussentfernung
  • Bestimmung des Schussabgabeortes (Schützenstandort)


  • Untersuchung von beschossenen Kleidungsstücken, Böden, Hausfassaden, Wänden, Fenstern, Türen etc. auf Schussrückstände wie bspw. Schmauch und Geschossabrieb
  • Untersuchung von Schussbeschädigungen zur Differenzierung zwischen Ein- und Ausschuss oder auch um das Kaliber der verursachenden Patrone/Waffe zu bestimmen
  • Untersuchung von Geschossabprallern und Bestimmung der Restenergie


  • Bewertung von Schussverletzungen an Mensch und Tier
  • Wundballistische Bewertung von Schusswaffen und Munition aller Art hinsichtlich des möglichen Verletzungspotentials
  • Teilnahme an Obduktionen


  • Kriminaltechnische Untersuchung der Tatwaffe und der Tatmunition
  • Vergleichsmikroskopische Untersuchung von Munitionsteilen (Zuordnung von Geschossen und Hülsen zu einer bestimmten Waffe)


  • Rekonstruktion des Tathergangs mittels 3D-Computertechnik